Zurück zur Startseite
Blutwerte

Welche Blutwerte sind für Longevity wirklich aussagekräftig?

Was sind Longevity-Blutwerte?

Longevity-Blutwerte sind Laborparameter, die Hinweise auf den biologischen Alterungsprozess geben und über ein klassisches Blutbild hinausgehen. Sie umfassen typischerweise fünf Bereiche: das Hormonprofil (Sexualhormone, Schilddrüse, Cortisol-Tagesprofil, DHEA-S, IGF-1, Melatonin), den Zuckerstoffwechsel (Nüchterninsulin, HOMA-Index), Entzündungsmarker (hsCRP, Calprotectin, Zonulin), kardiovaskuläre Marker (ApoB, Lipoprotein(a)) sowie den Eisenstoffwechsel.

Bei Professional Longevity werden diese Werte im Rahmen der Labordiagnostik erhoben und gemeinsam mit der epigenetischen Altersanalyse befundet. Die Einordnung erfolgt ärztlich — ein einzelner Wert ist ohne den Zusammenhang der übrigen Befunde nicht aussagekräftig.

Der gesetzliche Gesundheits-Check-up misst rund eine Handvoll Werte: Blutzucker, Gesamtcholesterin, Blutdruck, manchmal ein Blutbild. Das ist darauf ausgelegt, eine bestehende Krankheit zu finden.

Für die Frage, wie Ihr Körper altert, reicht das nicht. Diese Seite zeigt, welche Werte darüber hinaus etwas aussagen, was sie jeweils zeigen — und wann sie sinnvoll sind.

Sie möchten wissen, wie eine Untersuchung bei uns abläuft? Was ein Longevity-Arzt macht

Referenzbereich

Warum „normal“ nicht „günstig“ heißt

Ein Laborwert gilt als unauffällig, wenn er im Referenzbereich liegt. Dieser Bereich bildet 95 Prozent der Bevölkerung ab — also auch die Menschen, die in zehn Jahren erkranken. Er sagt nichts darüber, was für Sie persönlich günstig wäre.

Deshalb geht es in der Longevity-Medizin weniger um „auffällig oder nicht“, sondern um die Frage, in welche Richtung sich ein Wert bewegt. Ein einzelner Wert ist ein Punkt. Erst zwei Messungen ergeben eine Richtung.

Stoffwechsel

Stoffwechsel — die Werte, die Jahre vor dem Blutzucker auffallen

Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung neben drei Stück Würfelzucker
  • Nüchtern-Insulin — Wie viel Insulin der Körper braucht, um den Blutzucker normal zu halten. Steigt oft Jahre, bevor der Blutzucker auffällig wird.

  • HOMA-IR — Rechnerische Größe aus Insulin und Glukose; bildet die Insulinsensitivität ab.

  • HbA1c — Langzeit-Blutzucker über etwa drei Monate.

  • Glukosevariabilität — Wie stark der Blutzucker im Alltag schwankt — sichtbar erst über kontinuierliche Messung (CGM).

Herz und Gefäße

Herz und Gefäße — jenseits des Cholesterins

Bernsteinfarbener Tropfen mit fein verzweigtem Gefäßmuster
  • ApoB — Zahl der potenziell gefäßschädigenden Partikel. Aussagekräftiger als das Gesamtcholesterin.

  • Lipoprotein(a) — Weitgehend genetisch festgelegt, lebenslang stabil — einmal messen genügt meist.

  • hsCRP — Stille Entzündungsaktivität im Gefäßsystem.

  • Homocystein — Stoffwechselzwischenprodukt; erhöhte Werte sind mit Gefäß- und kognitiven Risiken assoziiert.

  • Triglyceride — Im Verhältnis zum HDL ein Hinweis auf die Stoffwechsellage.

Hormone

Hormone — die Steuerzentrale

Glasampulle vor einem Molekülgitter
  • Testosteron, Östradiol, Progesteron — Muskelaufbau, Schlaftiefe, Stimmung, Regeneration.

  • SHBG — Bindungsprotein — entscheidet mit, wie viel Hormon überhaupt wirksam wird.

  • DHEA-S — Vorstufe mehrerer Hormone, gilt als Marker anaboler Kapazität.

  • IGF-1 — Wachstums- und Regenerationssignal.

  • Cortisol im Tagesverlauf — Nicht der Einzelwert zählt, sondern der Rhythmus über den Tag.

  • TSH, fT3, fT4 — Schilddrüse als Taktgeber des Stoffwechsels.

Entzündung

Entzündung, Speicher und Zellstress

Eisenspäne in einem Spiralmuster mit glühender Mitte
  • hsCRP — siehe oben — zählt in beide Kategorien.

  • Ferritin — Eisenspeicher. Zu niedrig erklärt oft unspezifische Erschöpfung, zu hoch kann Entzündung anzeigen.

  • GDF-15 — Marker für zellulären Stress, in der Forschung zunehmend beachtet.

Nährstoffe

Nährstoffe und Versorgung

Zwei goldene Weichkapseln im Sonnenlicht auf dunklem Stein
  • Vitamin D — In unseren Breiten häufig niedrig, besonders im Winterhalbjahr.

  • Omega-3-Index — Anteil der Omega-3-Fettsäuren in der Zellmembran.

  • Vitamin B12, Folsäure — Beteiligt am Homocystein-Stoffwechsel.

Auswahl

Welche davon brauchen Sie?

Nicht alle. Welche Werte sinnvoll sind, hängt von Ihrem Alter, Ihrer Vorgeschichte, Ihren Beschwerden und Ihren Zielen ab — und davon, was Sie mit dem Ergebnis anfangen wollen.

Genau dafür steht bei uns das Longevity-Assessment (öffnet in neuem Tab) am Anfang: 17 validierte Fragebogeninstrumente plus ärztliche Struktur-Anamnese. Erst danach entscheidet sich, welche Diagnostik in Ihrem Fall sinnvoll ist — und welche nicht.

Einordnung

Warum die Zahlen allein nichts nützen

Sie können jeden dieser Werte über ein Selbstzahler-Labor bestimmen lassen. Sie bekommen dann eine Liste mit Zahlen und Referenzbereichen.

Was Sie damit nicht bekommen: die Einordnung. Ob ein Wert in Ihrem Zusammenhang ein Befund ist oder eine Normvariante. Ob er zu Ihren Beschwerden passt. Ob er sich mit einem anderen Wert widerspricht. Und ob eine Abklärung nötig ist, die nichts mehr mit Longevity zu tun hat.

Das ist der Unterschied zwischen Messen und Verstehen — und der Grund, warum diese Diagnostik in ärztliche Hände gehört.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

In der Regel nicht. Der gesetzliche Check-up alle drei Jahre umfasst einen kleinen Teil davon. Alles Weitere ist Selbstzahlerleistung; wir rechnen privatärztlich nach GOÄ ab, das Labor ebenso. Sie erhalten vom Labor eine gesonderte Rechnung.

Für die Stoffwechselwerte ja — mindestens acht Stunden. Was für Ihre Untersuchung gilt, sagen wir Ihnen vorher.

Einmal als Ausgangswert, dann im Verlauf. Bei uns liegt die erste Verlaufsmessung im dritten bis sechsten Monat. Lipoprotein(a) ist die Ausnahme — das ist genetisch festgelegt und muss nur einmal bestimmt werden.

Die Diagnostik ist als Paket kalkuliert, weil die Werte nur im Zusammenspiel aussagekräftig sind. Welche Bestandteile enthalten sind, sehen Sie hier. Selbstverständlich können Sie auf Wunsch sämtliche verfügbaren Laborparameter separat dazu buchen.

Ja. Bringen Sie sie zum Kennenlerngespräch mit — je mehr Vorbefunde vorliegen, desto weniger muss neu gemessen werden.

Nein. Wir arbeiten nicht mit pauschalen Normbereichen, sondern mit Zielbereichen, die individuell auf Sie abgestimmt sind — abhängig von Alter, Geschlecht, Vorgeschichte, Zielen und den übrigen erhobenen Befunden. Ein Laborwert, der für eine Person unauffällig ist, kann für eine andere behandlungsbedürftig sein. Deshalb ist ein einzelner Wert ohne den Zusammenhang der übrigen Befunde nicht aussagekräftig, und die Einordnung erfolgt immer ärztlich.
Wissen

Einzelne Werte im Detail